| Wo: | Brotfabrik (Caligariplatz, Berlin) | Wann: | Donnerstag, 26. Juni, 20:00 |
|---|---|
| Freitag, 27. Juni, 20:00 | |
| Samstag, 28. Juni, 20:00 | |
| Sonntag, 29. Juni, 20:00 | |
| Donnerstag, 3. Juli, 20:00 | |
| Freitag, 4. Juli, 20:00 | |
| Eintritt: | € 12,00 / € 8,00 (ermäßigt) |
"nedE" - das Konzept
Mit vernichtender Gewalt ist das Paradies gefallen. Erzählen wollen wir hier jetzt nicht vom Streitgewalt, von der Vernichtung und Feuerflammen und das Blutvergiessen, das während dem Fall stattgefunden haben muss. Am Ende ihrer Fall ist sie auf die Erde aufgeprallt. Zerbarsten, zerfetzt und deformiert durch den Einschlag, liegen die Überreste des Paradieses jetzt in großer Stille da. Umgeben vom lautlosen, leblosen Schlachtfeld. Wie suspendiert ist die Installation sowohl die Landschaft für Eliots "The waste Land" als auch für Becketts "Waiting for Godot".
In diese Welt fängt unsere Geschichte an. Aus einigen zu Asche und Sand reduzierten Ruinen erscheinen jetzt die Anfänge erster Lebenszeichen in ihre Urform. Dies sind die symbolische Lebensformen wie sie Thomas S. Eliot in den Gedichten "The waste land" und "The hollow men" beschreibt und wie sie in S. Becketts groteske Theater des Absurden so hoffnungsvoll antizipiert werden.
In diese verlassene Weite bilden Bewegungen und Stimmen in verschiedenste Klangfarben neue Objekte und bringen damit diese Welt erneut zum leben. In diese neue Welt sind die Objekte aber befreit von Materie. Dass was nach dem Fall, aus den leblosen Überresten des Paradieses auf Erden entsteht, sind Wörter und Bilder in alle möglichen Erscheinungsformen. Die Lebenszeichen sind ohne feste Form oder Definition, und somit dem intellektuellen Verständnis entzogen. Sie existieren nunmehr als Universalideen, als Erinnerungen der Menschheit. Es sind grundlegende Elemente, wie Text, Leib und Ton, offen für neue Interpretationen eines jeden einzelnen Menschen. Dann werden diese Elemente, durch die Aktion der Schauspieler zum Motor von Handlungen, und werden somit zu Poesie verwandelt.
Projekt "nedE"
nedE verbindet bildende Kunst und darstellende Kunst. Das Pojekt nedE besteht aus eine interaktiven Installation, eine Komposition von Künstlerin Roberta Sanges. Gleichzeitig ist sie Bühnenbild für eine Theaterdarstellung in zwei Teilen. Die Installation ist, als eigenständiges Kunstwerk, auch ausserhalb der Performance für das Publikum zugänglich.
Installation
Die Installation ist eine Komposition aus Klangobjekten verschiedensten Gebrauchtmaterialien wie Holzstücke, Stahlstäbe, Muscheln, Sand und Bruchteilen eines Textes. Der Besucher ist eingeladen sich durch die Installation zu bewegen, sie zu berühren, die Objekten in Bewegung und zum Klingen zu bringen. Indem der Besucher sich bei Eintritt durch die Installation, der sobald Bühne der Performance sein wird, begibt, macht er sich die Morphologie des Raums eigen.
Durch diese Interaktion entsteht einen geistigen Raum in dem man das alltägliche Zeitempfinden entflieht.
Performance Teil 1
Im ersten Teil der Performance steht, inmitten der Klanginstallation auf einem instabilen Schreibtisch, eine Frau (Isabella di Cola) mit verbunden Augen und verbundenem Mund. Sie tastet den Raum ab, versucht verzweifelt eine Verbindung zu ihrer Umgebung her zu stellen. Sie schreibt eine schwer erkennbare Mitteilung, eine Spur ihrer Existenz, an der Wand während eine Männerstimme, eine Bandaufnahme in Endlosschleife, eine unklare Erinnerung, einen Brief vorliest. Der Körper der Frau ist wie eine lehre Hülle, dessen Stille eine Vorsehung, eine Vision verspricht.
Performance Teil 2
Die zweite Performance ist eine Dialog inspiriert von Gedichte Thomas S. Eliots. Es bringt zusammen was die Installation von Sanges und die Performance von Di Cola andeuten. Von Souphiène Amiar inszeniert spielen zwei Akteure Szenen und Bilder von Eliots "The waste land". Ein Krieger (Stefano Rana) ist Sieger und ruht selbst zufrieden auf dem Schlachtfeld, wo er in Vorstellung oder Wirklichkeit abwechselnd besucht wird von seine Liebe und einen alten Weise (beide von Livia Caputo dargestellt). Hat er, sicher von seinem lobenswertes Handeln und gerechtfertigt durch ein nobeles Ziel, die Schlacht überlebt und vielen Feinde überwunden, so wird ihm, im Dialog, allmählich klar was dabei verloren ging und übrig blieb.
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Künstlergruppe Cercle
"Cercle" ist eine Arbeitsgruppe bestehend aus professionellen Künstlern aus verschiedenen Bereiche der Kunst, darunter Theater, bildende Kunst, Architektur und Design. Aus den interdisziplinären Dialog dieser Künstler entstehen Installationen, Performances und Videos. Die Arbeitsgruppe "Cercle" ist im kulturellen Verein für expressive Kunst und Kunstunterricht, Ibis (Nettuno (Rom), Italien) untergebracht.
Das Projekt nedE von "Cercle" wurde auf dem Festival "Rifrazioni- New languages in historical spaces" September 2007 in Anzio und Nettuno präsentiert.
Kurzbiografien
Roberta Sanges ist Bildhauerin und Designerin. Ihr Diplom machte sie an der Accademia di Belle Arti di Roma (Akademie der Kunst zu Rom). In eine Reihe von Studien mit Nato Frascá erforschte sie das Wahrnehmen / die Wahrnehmung. Daneben hat sie in verschiedenen Projekten mitgearbeitet. 1992 gründete sie die Künstlergruppe 'Le spine dorsali'. Sie nahm teil an dem Kunstfestival 'Effetto Venezia' (Livorno, Italien), das internationale Festival 'Donne in Musica' und das 'Multiple Sound Festival' (Maastricht, Niederlande) wo sie der erste Preis gewann.
Livia Caputo ihr Lebenslauf werden Sie hier in kürzen lesen können
Stefano Rana sein Lebenslauf werden Sie hier in kürzen lesen können
Weiter Informationen:
Irene Accardo oder Helmer van der Heide: E-mail
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